Deggendorf und Regensburg sind bayernweite Vorreiter
Augsburg. Beim Auftakt zum Kooperationsprojekt „GeschwisterCLUB in Bayern“ ging es nicht um irgendwelche Geschwister, sondern um Kinder, deren Geschwister eine Behinderung oder schwere Erkrankung haben. In Bayern soll nun die Unterstützung der Geschwisterkinder nachhaltig verankert werden, damit sie nicht erst auffallen, wenn sie selbst krank werden. In Regensburg und Deggendorf sind die ersten Pilotprojekte gestartet, weitere drei Kommunen können von den Krankenkassen in Bayern gefördert werden.
Das Projekt „GeschwisterCLUB in Bayern“ ist 2023 gestartet und läuft bis Ende 2026. Hintergrund ist, dass Geschwister von Kindern mit Behinderungen oder schweren Krankheiten oft Verhaltensauffälligkeiten entwickeln. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Während sich die Aufmerksamkeit auf das Kind mit Erkrankung und/ oder Behinderung und dessen Versorgung richtet, bleiben die Geschwister notgedrungen sich selbst überlassen. Im Podiumsgespräch beschrieb Naomi Miller, deren Bruder sehr viel in Krankenhäusern war: „Ich war einsam und fühlte mich nicht wichtig … und tatsächlich waren meine Sorgen für meine Eltern ja auch nicht wichtig, im Vergleich zu den Sorgen mit meinem Bruder.“
Das Konzept GeschwisterCLUB gibt es seit 11 Jahren, es wurde vom ISPA e.V. (Institut für Sozialpädiatrie Augsburg) mit verschiedenen Kooperationspartner für alle Altersstufen von 3- 18 Jahre entwickelt. „Aber es ist schwierig, die Angebote dauerhaft zu verankern und wirklich etwas zu verändern“, weiß Eva Dorn, Projektleiterin des GeschwisterCLUBs in Bayern. Den Grund dafür erläuterte Alexandra Petzinger, stellvertretende Leiterin der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit, in ihrem Vortrag: „Wir brauchen Verhaltensprävention mit Unterstützung auf der persönlichen Ebene und zudem Verhältnisprävention: also Angebote, die im System vorhanden und auch bekannt sind, so dass betroffene Familien davon erfahren.“
Kommunale Kooperationen
Wie das funktionieren kann, zeigen die Kooperationen in den ersten beiden Pilotregionen: In Stadt und Landkreis Regensburg kooperieren die KJF und die Gesundheitsregion plus, in Deggendorf das Landratsamt und B.I.G. e.V. Die notwendigen Stunden in den Kommunen sowie die Projektkoordination beim ISPA fördert das „GKV-Bündnis für Gesundheit in Bayern“, eine Arbeitsgemeinschaft aller gesetzlichen Krankenkassen in Bayern.
Drei weitere kommunale Kooperationsprojekte können in Bayern gefördert werden, um GeschwisterCLUBs dauerhaft in ihrer Region zu verankern.
Pionierinnen des Kooperationsprojekts GeschwisterCLUB in Bayern (von links nach rechts): Paula Thoma und Dr. Simone Eckert in Regensburg sowie Katarina Straub, Sarah Schreiner und Stephanie Bauer in Deggendorf.
Foto: ISPA (honorarfrei/Andrea Nagl)
https://www.pnp.de/lokales/landkreis-deggendorf/hilfe-fuer-geschwister-von-behinderten-kindern-14611452
https://www.pnp.de/lokales/landkreis-deggendorf/geschwisterclub-will-austausch-foerdern-15596992
Das Benefiz-Adventskalenderlos macht’s möglich: Die neue Rekordsumme von 40.000 Euro für Kinder- und -Jugendprojekte in der Region hat das Rotary Hilfswerk Deggendorf e.V. im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der Adventszeit nun an zwölf Organisationen gespendet.
Deggendorf, im Dezember 2024: Erneut mehr Preise, mehr Sponsoren, mehr Lose – und neue Rekorde: Erstmals wurde das beliebte Benefiz-Adventskalenderlos des Rotary Hilfswerks Deggendorf e.V. im sechsten Jahr seines Bestehens in einer Auflage von 4000 Exemplare zum Preis von jeweils 10 Euro verkauft. Und die waren bekanntlich im Rekordtempo von gerade einmal acht Verkaufstagen komplett ausverkauft. „Damit haben wir den Rekorderlös von 40.000 Euro erzielt, den wir wieder gezielt für Kinder- und Jugendprojekte in der Region gespendet haben“, erzählt Dr. Akiko Ishida-Gück, Rotary-Präsidentin 2024/25.
In der Adventszeit wurden im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Landratsamt Deggendorf jetzt die Spendenschecks an 12 Empfänger übergeben. Über die Unterstützung des Rotary Hilfswerks Deggendorf e.V. freuen sich (in alphabetischer Reihenfolge):
Frauennotruf Deggendorf e.V., Kinderhilfe
GeschwisterCLUB
Jugendcenter 4You Deggendorf
Kinderschutzbund Deggendorf-Plattling (Deggendorf)
Kinderschutzbund Deggendorf-Plattling (Plattling)
Kinderschutzbund Osterhofen
Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP)
Kreisjugendring
Landratsamt Deggendorf, Jugendamt
Ohefest
Stadt Deggendorf, Bürgerarbeit Kinderhilfe
Technik für Kinder e.V.
Das Rotary Hilfswerk Deggendorf e.V. bedankt sich ausdrücklich bei allen Sponsoren, die insgesamt rund 580 Sachpreise im Gesamtwert von rund 36.700 Euro (Vorjahr: 502 Sachpreise, Gesamtwert rund 34.600 Euro) zur Verfügung stellten – und natürlich auch bei allen Käuferinnen und Käufern, die das hohe Spendenvolumen erst möglich gemacht haben. Sie haben rein rechnerisch mit jedem siebten Exemplar ein Gewinnerlos gekauft. Anders als in den Vorjahren und auf dem Adventskalender selbst vermerkt, findet die Abholung der Gewinne dieses Jahr in der Tourist Info auf dem Stadtplatz statt und nicht in der Deggendorfer Engel-Apotheke. „Wir freuen uns schon jetzt auf die Neuauflage des Adventskalenders anno 2025 – und hoffen darauf, den diesjährigen großen Erfolg wiederholen zu können“, sagt Markus Lantermann vom Organisationsteam des Adventskalenders.
Das Rotary Hilfswerk Deggendorf e.V. hat an die Vertreterinnen und Vertreter der zwölf begünstigten Organisationen die Spendenschecks aus dem Verkauf des Benefiz-Adventskalenderloses verteilt.
Über Rotary:
Der Rotary Club Deggendorf wurde 1966 gegründet und zählt heute knapp 60 Mitglieder. Der Club gehört zu Rotary International, gegründet im Jahr 1905 in Chicago. Weltweit hat Rotary 1, 2 Mio. Mitglieder, in Deutschland allein ca. 53.000 in mehr als 1000 Clubs. Alle Rotarierinnen und Rotarier wollen denen zur Seite stehen, die sich nicht selbst helfen können: im lokalen Umfeld der eigenen Gemeinde wie im Rahmen von internationalen humanitären Hilfsprojekten. Die Clubmitglieder sind Führungskräfte aus allen Berufen und setzen ihre beruflichen Fähigkeiten in ihrer ehrenamtlichen Arbeit ein, um damit ihr Motto „Selbstlos Dienen“ zu verwirklichen. Rotary ist unabhängig, überparteilich und nicht konfessionell gebunden.
Für Rückfragen:
Brigitte Wallstabe-Watermann
Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit
und Kommunikation des Rotary Clubs Deggendorf
Mobil: 0171-5491046
E-Mail: brigitte.watermann@t-online.de
Am Vormittag des 7. Dezember traf sich der GeschwisterCLUB Deggendorf zu einem feierlichen Jahresabschlusstreffen, zu dem auch die Familien der teilnehmenden Kinder herzlich eingeladen waren. In gemütlicher Runde ließ die Gruppe bei Kaffee, Kinderpunsch, Obst und Lebkuchen das vergangene Jahr Revue passieren.
Ein besonderes Highlight war die Präsentation der Bilder von den vielfältigen Angeboten, die 2024 für die Geschwisterkinder organisiert wurden. Diese Rückschau weckte viele schöne Erinnerungen und zeigte eindrucksvoll die Bandbreite der Aktivitäten, die der Club für die Geschwister chronisch kranker und behinderter Kinder bereitstellt. Danach gab es einen Ausblick auf die Planungen für das erste Halbjahr 2025, welcher bereits jetzt die Vorfreude bei den anwesenden Familien weckte.
Der GeschwisterCLUB wird von BIG e.V. und dem Gesundheitlichen Sozialdienst des Landratsamtes Deggendorf organisiert. Das Programm wird durch das GKV-Bündnis für Gesundheit gefördert und von ISPA unterstützt. Es richtet sich speziell an Familien mit behinderten oder chronisch kranken Kindern, mit dem Ziel, die Partizipation der Geschwisterkinder zu fördern und sie in ihrem oft herausfordernden Alltag zu begleiten.
Während des Treffens wurde jedoch auch darauf hingewiesen, dass die Förderung durch das GKV-Bündnis für Gesundheit stetig abnimmt und im Jahr 2026 ganz ausläuft. Um den Eigenanteil weiterhin finanzieren zu können, wird der GeschwisterCLUB zunehmend auf Spenden angewiesen sein. Dank großzügiger Spenden, durch die Schützenhilfe e.V., konnte der Eigenanteil in diesem Jahr gedeckt werden. In diesem Kontext dankten Sarah Schreiner, Katarina Straub und Stephanie Bauer nochmals ausdrücklich der Schützenhilfe für die geleistete Unterstützung! Denn generell sind Hilfen aus der Region ein wichtiger Baustein, um den GeschwisterCLUB langfristig aufrechtzuerhalten und den betroffenen Familien weiterhin wertvolle Entlastung zu bieten.
Das Jahresabschlusstreffen bot nicht nur eine Gelegenheit für Austausch und Reflexion, sondern unterstrich auch die Bedeutung des GeschwisterCLUBs für die betroffenen Familien. Ein gelungener Abschluss, der den Blick auf ein hoffnungsvolles und unterstützendes neues Jahr richtet – mit der gemeinsamen Aufgabe, die Zukunft des Clubs zu sichern.